Teeplantagen, Buddhas und Tuk-Tuks

January 6, 2018

Genau, die Rede ist von Sri Lanka. Nach einer langen und mit Zwischenfällen gespickten Flugreise sind wir am internationalen Flughafen von Colombo angekommen. Für die ersten zwei Nächte haben wir im Sea Esta Holiday Inn in Negombo reserviert. Zusammen mit zwei Pärchen aus Deutschland haben wir uns ein Taxi vom Flughafen nach Negombo geteilt um Kosten zu sparen. Wir wurden sehr freundlich vom Besitzer empfangen und er übergab uns die Zimmerschlüssel. An diesem Abend haben wir nicht mehr viel gemacht und sind dann nur noch hundemüde ins Bett gefallen. Doch an Schlaf war noch lange nicht zudenken, denn blutsaugende Moskitos sind durch alle noch so kleinen Öffnungen ins Zimmer geflogen und raubten uns den Schlaf. Zwar hatten wir ein Moskitonetz über dem Bett, doch irgendwie kamen diese Biester auch da rein. 

 

Von Negombo nach Kandy

Am nächsten Morgen stand Ausschlafen auf dem Programm und danach das Frühstück. Viele Früchte und ein paar Scheiben Toast mit Butter und Marmelade, es war sehr lecker. Die Temperaturunterschiede zu Südafrika waren enorm und die drückende Hitze bereits am Morgen machte uns zu schaffen, deshalb  beschlossen wir schnellst möglichst den Strand aufzusuchen. Doch leider war der Strand alles andere als schön. Viel Müll im und vor dem Meer und das Wasser selber hatte eine unschöne bräunliche Verfärbung. Wir haben gehört, dass dies so sei weil das ganze Abwasser einfach so ins Meer gepumpt wird. Trotzdem gab es von den Pauschalurlaubern einige die schwimmen gingen. Da der Ort in unseren Augen nicht viel bietet, war klar das wir weiterziehen wollten. Wir fuhren mit der Bahn hoch ins Zentralland nach Kandy und Kandy war erstmal ein Schock. Die Stadt ist sehr hektisch, laut und überfüllt mit Fahrzeugen und Menschen. Wir haben uns ein Tuk-Tuk zu unserem Hostel geleistet und eingecheckt. Danach machten wir uns auf ins Zentrum. Irgendwie mussten wir wieder raus aus der Menschenmasse, den Abgasen und dem Lärm und so begaben wir uns erst einmal zum Kandy Lake und da wurde es tatsächlich ein wenig ruhiger. In einem Café in der Nähe planten wir dann die nächsten Tage und assen anschliessend noch eine Kleinigkeit.

 

Sigiryia und Dambulla

Wir wollten etwas kulturelles von Sri Lanka sehen und das kann man fast nirgends besser als im Norden von Kandy. Wir nahmen einen Bus von Kandy nach Dambulla. Mitten auf der Strase gabelte uns der Luxusbus mit A/C auf. Die Fahrt kostete LKR 200 pro Person was umgerechnet ca. CHF 1.30 entspricht und das für 2.5h fahrt. Unser Plan war es zuerst nach Sigiriya zu fahren um da den legendären Lions Rock zu besichtigen. 

 

Sigiriya ist ein Monolith in Sri Lanka, auf dem sich die Ruinen einer historischen Felsenfestung befinden. Der Name leitet sich von „Singha Giri“ ab, was „Löwenfelsen“ bedeutet. Quelle: Wikipedia

 

Ein freundlicher Tuk-Tuk Fahrer bot uns an, für LKR 3500 den ganzen Tag nur für uns zu fahren. Zuerst wollten wir das nicht, doch dann erschien es uns doch sehr praktisch und wir fingen an zu verhandeln. Wir einigten uns und los ging es. Der Fahrer heisst Sunil und wohnt mit seiner Frau und zwei Kindern in Dambulla. Er kannte sich sehr gut aus und er machte an vielen Orten einen Stopp wo wir den Felsen betrachten konnten. Von Freunden haben wir den Tipp erhalten nicht den Sigiriya Felsen zu besteigen, sondern den kleineren Felsen nebenan, den Pidurangala Rock. Es sei viel günstiger, es hat viel weniger Leute und bei gutem Wetter dient der Sigiriya Rock sehr gut als Fotomotiv. Der Aufstieg war am Anfang noch relativ gut zu machen, doch mit der Zeit endete der befestigte Pfad und teilweise musste man die Felsen hochklettern um auf die Plattform zu kommen. Doch die Mühen haben sich echt gelohnt, die Aussicht war fantastisch und wir hatten Glück, denn der Sigiriya Rock war bestens zu sehen und man konnte aus der Ferne sogar die vielen Leute sehen, welche hintereinander den Felsen hoch stiegen. Sunil wartete wie abgemacht unten beim Parkplatz auf uns und wir machten uns los zurück nach Dambulla. Auf der Fahrt sahen wir dann etwas, was wir lieber nicht gesehen hätten. Für Touristen werden Reiten auf Elefanten angeboten und damit der Elefant auch das macht, was er sollte, wurde er mit einem Haken gestochen oder geschlagen. Wir können nicht verstehen, wieso es Touristen gibt, die das cool finden und damit diese Tierquälerei unterstützen... Sunil fuhr uns am Strassenrand an eine Einrichtung, die von der Regierung zur Verfügung gestellt wird, wo Einheimische kochen und essen können. Es ähnelt eigentlich einer Kantine, einfach draussen im Freien. Von all den angebotenen Speisen hatten wir noch nie gegessen, deshalb waren wir sehr gespannt wie es uns schmecken wird. Die Speisen waren sehr lecker und vor allem sehr günstig. Nachdem wir gezahlt hatten, durften wir noch ein Foto von den Frauen hinter der Theke machen und sie hatten sichtlich Freude daran, denn alle warfen sich sofort in Pose. Einen weiteren Stopp legten wir in einem Spice and Herbal Garden ein. Die Erläuterungen zu den Pflanzen und wie man daraus Gewürze gewinnt war sehr interessant. Dann kamen wir in Dambulla an. In Dambulla befinden sich Tempelhöhlen, von denen einige schon Jahrtausend alt sind und im Verlaufe der Zeit bis ins 20. Jahrhundert immer wieder erweitert wurden. Um die Anlage betreten zu dürfen, musste man sich der Schuhe entledigen und die Schultern und Knie bedecken, denn dies ist ein heiliger Ort. Die vielen Buddha Statuen in diesen Tempelhöhlen und die reichlichen Verzierungen überall waren sehr beeindruckend. Nach dem Abstieg von den Höhlen begegnete man einer riesigen, goldenen Buddha Statue, welche für unseren Geschmack aber ziemlich kitschig wirkte. Die Tour ging zu ende und wir nahmen Abschied von Sunil. In seinem Tuk-Tuk hing ein Schild auf dem Stand:"Come as a guest, leave as a friend," Das trifft genau zu und wir entschieden uns zum vereinbarten Preis noch etwas drauf zu legen, denn hier wussten wir, dass wir nicht nur den Service bezahlten, sondern auch seine Familie unterstützten und das war es uns wert. Zurück nahmen wir wieder den Luxusbus.

 

Der Zahntempel, der weisse Buddha und der Markt von Kandy

Am dritten Tag wollten wir nochmals etwas von Kandy sehen, denn Kandy ist das kulturelle Zentrum Sri Lanka's und beherbergt der Sage nach eine heilige Reliquie Buddha's, einen Zahn. Für Bewohner Sri Lanka's ist heilige Stätte natürlich gratis, für Ausländer wird eine Eintrittsgebühr verlangt. Auch hier muss man wieder die Schultern und Knie bedecken und die Anlage darf nicht mit Schuhen betreten werden. Ehrlich gesagt, vom Zahn haben wir so gut wie nichts gesehen und wir wussten auch nicht mal genau wo sich dieser befinden sollte, wenn es denn überhaupt einen geben sollte. Wir nahmen aber an, dass er sich gut aufbewahrt an der Stelle befand, wo sich die meisten Leute hintereinander herdrängten und beteten. Die Einheimischen brachten Unmengen von Blumen mit und legten sie im Tempel nieder. Zum Eintrittspreis gehörte ebenfalls ein Einlass in ein Museum, wo über alle buddhistischen Länder Informationen und Nachbildungen von Tempeln und Anlagen gesammelt wurden. Es war sehr interessant etwas über die buddhistische Kultur zu erfahren. Übrigens: wer ebenfalls den Zahntempel besucht, sollte sich danach ein wenig Zeit nehmen und sich unter dem überdachten Platz hinsetzen und das ganze Treiben und die Atmosphäre auf sich einwirken lassen. Bei uns hat das gut funktioniert und wir fühlten uns danach irgendwie ganz entspannt.

An diesem Tag haben wir noch den White Buddha, eine weitere grosse weisse Statue von Buddha und den Markt von Kandy besichtigt. Wer günstig einkaufen will, sollte sich ein Besuch auf diesem Markt nicht entgehen lassen, aber auch sonst ist der quirlige Markt ein Besuch wert.

 

 

 

 

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