Ein Roadtrip, die Krätze und ein Diebstahl

June 16, 2018

Es gibt sehr viele Möglichkeiten wie man Australien bereist, aber für uns war klar, wenn Australien dann mit dem Camper Van. Flexibel sein, eine Route individuell bereisen und gleichzeitig das Schlafzimmer dabei zu haben, ja das lieben wir und so verbringen wir ja normalerweise auch zuhause unsere Ferien und die freien Wochenenden, nämlich mit unserem VW T3 Bulli. Also haben wir uns im Internet auf die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug gemacht und sind, wie die meisten, bei Apollo fündig geworden. Ein Toyota Hiace mit Hochdach soll es werden. Übernehmen werden wir das Fahrzeug in Cairns und fahren dann über rund 2000 Kilometer durch Queensland bis nach Brisbane.

 

Cairns

Am 26.05.2018 sind wir mit dem Flugzeug von Alice Springs herkommend in Cairns gelandet. Uns blieb exakt 1.5 Stunden Zeit um das Fahrzeug bei Apollo abzuholen, danach schliesst das Unternehmen die Pforten. Zum Glück haben wir es rechtzeitig geschafft. Wir waren ganz aufgeregt, nicht nur wegen der bevorstehenden Reise, sondern auch wie die Übernahme bei Apollo ablaufen wird. Im Internet haben wir extrem viele schlechte Rezessionen gelesen und waren danach etwas verunsichert, doch Apollo hatte genau das, wonach wir suchten. Wir traten ein und wurden von einer freundlichen Dame namens Charis empfangen. Die Formalitäten gingen ganz flott und unkompliziert über die Bühne und Charis zeigte uns anschliessend den Camper. Zusammen haben wir das Fahrzeug gut angeschaut, auf Fahrtüchtigkeit überprüft und anschliessend das Übernahmeprotokoll unterschrieben. Endlich ging es los. Erster halt: Coles Supermarkt. Die ganzen leeren Schränke mussten schliesslich mit Lebensmittel aufgefüllt werden. Danach suchten wir nach einem Campingplatz in der Nähe und wurden beim Big4 Cairns Coconut Caravan Resort fündig. Ein wirklich wundervoller Campingplatz inmitten von Palmen und tropischen Pflanzen. Und es kam noch besser für uns. Da für viele Reisende der Roadtrip in Cairns endet, wurden wir mit vielen Lebensmittel und Haushaltsartikeln beschenkt, welche nicht mehr gebraucht werden konnten. So lernten wir per Zufall auch Marco und Eva, ein nettes paar aus der Schweiz kennen. Da es uns so gut gefiel hier, wurden aus den geplanten 2 Übernachtungen gleich 4. Wir besichtigten Carins, ein ruhiges Städtchen was uns ganz gut gefiel. In Cairns gibt es eine grosse Lagune, welche frei zugänglich ist, eine ganze Reihe von netten Pubs und Restaurants, einige Einkaufszentren wo man alles findet was man braucht und auch diverse Ausflüge zum Great Barrier Reef werden ab Cairns angeboten.

 

 

 

 

Atherton

Gut ausgeruht liessen wir Cairns hinter uns und fuhren weg von der Küste einige Kilometer ins Landesinnere. In der Nähe von Mareeba befindet sich der Granite Gorge Nature Park. Hier machten wir einen ersten Halt, denn im Granite Gorge Nature Park hat man die Möglichkeit Wallabies zu sehen und zu füttern. Der Eintritt kostet 13 AUD pro Person und 1 AUD für das Futter. Diese Tiere sind wirklich unglaublich niedlich und frassen uns ganz friedlich aus der Hand. Nebst dem Füttern von Wallabies gab es auch einen Walk durch den Nature Park. Dabei kommt man an einem kleinen See vorbei, in welchem einige Schildkröten schwammen. Läuft man weiter durch den Park, sieht man auch (angebliche) versteinerte Fussabdrücke von Dinosaurier. Für die ganze Besichtigung sollte man sich ungefähr 1-2 Stunden Zeit nehmen. Nach dem tollen Erlebnis fuhren wir weiter nach Atherton, wo wir unser zweites Nachtlager aufschlugen.

 

 

 

 

Mission Beach

An diesem Tag machten wir uns früh auf die Socken, denn wir hatten einiges geplant. Etwas unterhalb von Malanda befinden sich die Millaa Millaa Falls. Da der Wasserfall nicht weit von der Hauptstrasse entfernt lag, machten wir einen kurzen Abstecher dahin. Der Zugang ist übrigens kostenlos. Einen weiteren Abstecher machten wir beim Mamu Tropical Skywalk. Der Mamu Tropical Skywalk ist vollständig im Besitz von ansässigen Aborigines und dient zum Zweck, etwas über den Regenwald zu erfahren. Der Eintritt kostet 25 AUD pro Person und zusätzlich bekommt man einen Audioguide. Zuerst führt der Pfad ebenerdig durch den Regenwald, gleich anschliessend läuft man über ein Brückensystem unter den Baumkronen des Regenwaldes hindurch, bis man schliesslich bei dem 35 Meter hohen Turm angelangt. Auf dem Turm eröffnete sich uns ein atemberaubend schöner Ausblick über den Regenwald und weit ins Tal hinein. Ein wirklich gelungenes Projekt, wo man sehr viel über die Geschichte der einstmals hier lebenden Aborigines und über die Pflanzenvielfalt des Regenwaldes erfährt. Nach dem zweiten Abstecher fuhren wir dann direkt zum Mission Beach, wo wir direkt am Strand übernachteten. Der Strand war wunderschön und der Besitzer des Campingplatzes hatte uns noch extra empfohlen, ein erfrischendes Bad im Meer zu nehmen. Vor Quallen müssen wir uns keine Sorgen machen, die Saison wäre vorbei. Zum Glück hatten wir das nicht gemacht und nur die Füsse kurz ins Meer gestreckt. Denn ohne es zu merken wurde Remo an den Füssen und an den Beinen von fiesen kleinen fast unsichtbaren Quallen gestochen. Die Stiche juckten fürchterlich und es bildeten sich grosse rötliche Flecken und Blasen. Glücklicherweise blieben bis auf den starken Juckreiz die üblichen Symptome aus und die betroffenen Stellen heilten, wenn auch sehr langsam, von alleine wieder ab.

 

 

 

 

Townsville

Am nächsten Morgen fuhren wir gleich weiter nach Townsville, der grössten Stadt von Queensland. Einerseits damit wir in einer Apotheke etwas gegen den starken Juckreiz der Quallen Bisse kaufen konnten und andererseits mussten wir ein neues Stromkabel für unseren Laptop kaufen. Wir quartierten uns auf einem Campingplatz nahe dem Stadtzentrum ein, nichts Besonderes aber zweckmässig. Wir fuhren ins Stadtzentrum und besichtigten den Hafen und das City Center. Aus irgendeinem Grund schien die ganze Stadt wie ausgestorben, niemand auf den Strassen und die meisten Restaurants oder Bars waren geschlossen und das an einem Samstagnachmittag. Da nicht viel los war, beendeten wir die Besichtigung schon etwas früher und fuhren dafür zum Castle Hill. Von hier oben geniesst man eine spektakuläre 360 Grad Aussicht auf Townsville und die umliegende Gegend.

 

 

 

 

Bowen

Auf dem Weg nach Airlie Beach legten wir einen Stopp in Bowen ein. Eigentlich dachten wir hier nur etwas die Beine zu vertreten und eine Kleinigkeit zu essen, doch als wir am Strand von der Horseshoe Bay ankamen waren wir richtig angetan von dieser herrlichen Bucht, so dass wir entschlossen hier etwas mehr Zeit zu verbringen und erst am nächsten Tag weiter nach Airlie Beach zu fahren. Sofort schlüpften wir in unsere Badesachen und liefen zum Strand. Das Baden im Meer liessen wir allerdings sein, besonders Remo mochte gut auf erneute Quallen Stiche verzichten. Gegen den späteren Nachmittag tauschten wir die Badesachen wieder gegen normale Kleider und stiegen zu einem wunderschönen Aussichtspunkt im Edgecumbe Heights Recreation Reserve hoch. Von hier oben genossen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang.

 

 

 

 

Airlie Beach

Am nächsten Tag ging es definitiv nach Airlie Beach. Dieser kleine Ort ist bei Touristen äusserst beliebt, da von hier die meisten Touren zu den Inseln der Whitesundays angeboten werden. Auf Empfehlung steuerten wir gleich den Seabreeze Caravan Park an. Da wir im Internet keine ansprechende Tour fanden, liessen wir uns an der Rezeption des Seabreeze beraten. Zur Auswahl standen eine Fahrt auf einem Schnellboot, einem ultramodernen und als schnellster von ganz Airlie Beach angepriesener Katamaran und einer Segeljacht. Die ersten beiden Varianten kamen nicht in Frage, denn wir wollten die Fahrt durch die Whitesundays schliesslich gemütlich geniessen können. Leider stellte sich nach einem Anruf bei dem Anbieter heraus, dass die Segeljacht momentan «out of order» sei, was für eine Enttäuschung. Glücklicherweise hatte die Dame an der Rezeption noch einen weiteren Vorschlag, eine Tour auf einem einfachen, etwas älteren Segelboot, der Providence. Na das klingt doch gut, dachten wir. Die Dame machte wieder einen Anruf und siehe da, es hatte nicht nur Platz für uns, wir kriegten auch noch je 20 AUD Rabatt bei der Buchung. Am nächsten Morgen wurden wir um 06:40 vor der Rezeption abgeholt und zum Pier gefahren. Um 07:00 Uhr ging die Fahrt auf der schönen Providence bereits los. Eine steife Morgenbrise wehte uns entgegen, doch mit jeder Minute die verging, wurde es ein wenig wärmer. Der Skipper, Andy aus Schottland, erklärte uns den groben Tagesablauf, wo wir schnorcheln werden, welche Fische wir sehen werden und wann es Lunch geben wird. Gegen 10:00 Uhr erreichten wir das Riff, wo wir zum Schnorcheln abgesetzt wurden. Rasch zogen wir uns um setzten uns die Taucherbrille und den Schnorchel über. Platsch, wir sprangen ins Wasser. Es war eine ziemliche Abkühlung, doch insgesamt fühlte sich das Wasser wärmer als die Aussentemperatur an und als wir die wunderschöne Unterwasserwelt erstmal sahen, war die Kälte rasch vergessen. Nach rund 45 Minuten im Wasser wurden wir von der Providence wieder aufgesammelt und wir setzten die Fahrt Richtung Whitehaven Beach fort. Bevor wir den Strand besuchten, statteten wir dem Hill Inlet Lookout einen Besuch ab. Das Panorama über Whitehaven Beach war einfach unbeschreiblich. Alle diese unterschiedlichen Farben fügten sich so wunderbar harmonisch ineinander, es sah fast ein wenig kitschig aus. Danach machten wir uns auf an den Strand. Über einen kurzen Weg durch den Dschungel erreichten wir den unglaublich feinkörnigen Sand. Er war so hell, dass er fast weiss erschien. Zu unserer Überraschung waren erstaunlich wenig Besucher am Strand, was das Erlebnis gleich noch viel schöner machte.  Die Zeit verstrich wiedermal wie im Flug und die Providence wartete auf uns. Erstmal gab es den langersehnten und wohlverdienten Lunch, danach mussten wir anpacken und die Segel ausfahren, denn der Wind hatte an Fahrt gewonnen, so dass es zum Segeln reichte. Gemütlich segelten wir dem Sonnenuntergang entgegen und erreichten Airlie Beach gegen 17:00 Uhr wieder. Ein wunderschöner Tag ging zu Ende. Die einen mögen Airlie Beach, die anderen nicht so sehr. Wir fanden es ganz schön, denn da wir uns bereits im australischen Winter befinden und die Temperaturen für viele Urlauber zu kalt sind, war auch dementsprechend wenig los. Wir verbrachten nochmals zwei entspannte Tage am Meer, besuchten einmal die schöne Süsswasserlagune (welche übrigens kostenlos benützt werden darf) und liefen den Coastal Walk von Airlie Beach nach Canonvale und wieder zurück. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cape Hillsborough & Mackay

Unsere nächste Station hiess Mackay, doch davor machten wir einen Abstecher zum wunderschönen Cape Hillsborough. Wir Parkten unseren Camper am Strassenrand und begaben uns an den Strand. Wenn man frühzeitig unterwegs ist, besteht die Chance auf Wallabies oder Kängurus am Strand zu treffen. Wahrscheinlich waren wir bereits zu spät, denn Tiere haben wir keine gesehen, doch der Strand alleine war bereits spektakulär genug. Wie es der Zufall aber wollte, trafen wir auf dem Rückweg prompt auf ein wildes Känguru. Mackay, die Stadt ist auch bekannt unter dem Spitznamen «Zuckerhauptstadt von Australien», aufgrund des hohen Produktionsanteils von Zucker. Wir nutzten die Gelegenheit, wiedermal richtig einkaufen zu gehen und füllten unsere Lebensmittelvorräte auf. Auch hier gibt es einige kostenlose Schwimmbäder, eines davon ist die Blue Water Lagoon. Wir verbrachten auch ein wenig Zeit an der Küste und fuhren mit dem Camper zur Marina Mackay, ein langer Pier, der, wenn er nicht gerade wie bei uns geschlossen ist, mit dem Auto befahrbar ist. Der Weg ist aber auch problemlos zu Fuss begehbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Yeppoon

Wir setzten unseren Roadtrip fort und fuhren über Rockhampton nach Yeppoon. In der «Rinderstadt» Rockhampton (oder auch Rocky genannt) gibt es einen kleinen, kostenlosen Zoo und beherbergt Schimpansen, Dingos, Kängurus, Emus, Koalas, Krokodile, Warane, Eidechsen, Schlangen und viele verschiedene Arten von Vögeln. Die ganze Anlage ist sehr schön gestaltet, aber Zoo bleibt Zoo und irgendwie fand wohl gerade ein Umzug der Tiere statt. Wenigstens durften wir endlich mal einen Koala von nahem betrachten, das sind echt unglaublich niedliche, flauschige Geschöpfe.

 

 

 

 

 

Schon seit ein paar Tagen juckte es uns von Zeit zu Zeit an den Füssen und Beinen und manchmal auch an den Armen. Wir sahen kleine rote Punkte auf unsere Haut, ähnlich die der Moskitos. Doch irgendwie wurden diese Punkte an diesem Tag sehr schnell immer mehr und das Jucken wurde schier unerträglich. Wir dachten an Bettwanzen oder Milben, hatten wir doch bereits viele Horrorgeschichten von Australienreisenden gehört. Ohne zu zögern suchten wir den nächsten Arzt auf und wir hatten Glück. Wir fanden auf Anhieb ein medizinisches Zentrum, spezialisiert auf Reisende, welches sogar am Sonntagnachmittag geöffnet hatte. Wir meldeten uns gleich an uns bezahlten 80 AUD pro Person für die Konsultation. Der Arzt untersuchte die betroffenen Stellen und befragte uns zu unserer bisherigen Reise. Mit ernster Miene erklärte er uns sein Verdacht: Scabies, auf Deutsch Krätze oder Kratzmilben. Vermutlich haben wir diese Dinger in unserem Camper aufgelesen. Das hatte uns gerade gefehlt. Die Laune sank schlagartig in den Keller. Der Arzt schrieb uns ein Rezept für die Medikamente, welche wir dann in der Apotheke nebenan abholen konnten und empfahl uns zusätzlich, alle Kleider, Leintücher, Bettwäsche etc. gründlich zu waschen. Sichtlich niedergeschlagen verabschiedeten wir uns und verliessen das medizinische Zentrum. Wir fuhren nach Yeppoon, so wie wir es vorher geplant hatten und da die Sonne bereits untergegangen war, quartierten wir uns mal für eine Nacht auf dem nächstgelegenen Campingplatz ein. In dieser Nacht schliefen wir nicht viel, kein Wunder, denn wir hatten natürlich Angst, dass sich noch mehr von diesen ekligen Spinnentierchen in unsere Körper einnisten könnten. Wir standen früh auf, verlängerten gleich um eine weitere Nacht und legten dann sofort los. Bettzeugs abziehen und ab in die Waschmaschine. Doch leider war es nicht so einfach. Die Waschmaschinen funktionierten nur mit Kaltwasser und mit kaltem Wasser kriegten wir diese Dinger auf keinen Fall tot. Wir schnappten uns also unseren Wasserkocher aus dem Camper und den von der Camp Kitchen und kochten laufen siedendes Wasser auf und gossen es über unser Bettzeug. Anschliessend stopften wir dieses auch noch in die Waschmaschine. Die Decke und die Kissen hängten wir an die pralle Sonne. Was machten wir nur mit den ganzen Polstern? Waschen war nicht möglich, dafür waren Sie zu gross und sowieso hatten wir wieder das Problem mit dem kalten Wasser. Giftige Sprays kamen nicht in Frage, da wir ja wieder darauf schlafen mussten. Also stellten wir auch die Polster zuerst mal für einige Stunden an die pralle Sonne. Währenddessen fuhren wir kurz in den nächsten Supermarkt und deckten uns mit einigen Rollen Frischhaltefolie für Lebensmittel ein. Zurück wrappten wir die Polster ordentlich ein und verstärkten das Ganze mit Klebeband. Falls die Viecher nicht schon in der Sonne ausgetrocknet sind, so sind sie nun isoliert und ersticken hoffentlich. Es war bereits Nachmittag. Jetzt waren unsere Kleider dran. Gleiches Problem wie bei dem Bettzeug, nur kaltes Wasser, als wieder Wasser aufkochen und über die Kleider giessen. Kleine Bemerkung am Rande. Es war noch interessant zu sehen, welche Kleider wirklich von guter Qualität waren und bei welchen Textilien die Farbe gleich aus den Kleidern wich… Nachdem wir alle Kleider heiss abgekocht hatten, stopften wir auch diese in die Waschmaschine und wuschen sie eine Runde richtig durch und dann ab an die Sonne zum Trocknen. Das war vielleicht anstrengend, wir waren fix und fertig und gefühlt jeder Mensch auf dem Campingplatz fragte sich, was machen diese Leute nur mit dem Wasserkocher in der Waschküche? In dieser Nacht schliefen wir bereits ein wenig besser, mit dem Wissen, alle notwendigen Vorkehrungen getroffen zu haben. Zudem wirkten wohl bereits die Medikamente, denn das starke Jucken war eigentlich fast bis gar nicht mehr zu spüren. Von Yeppoon selber haben wir leider nichts gesehen.

 

 

 

Agnes Water und 1770

Die Reise geht weiter, wenngleich auch die Stimmung nicht gerade sehr hoch ist. Wir fuhren weiter südwärts und landeten in einem Dörfchen namens Agnes Water. Diese kleine Pfarrei erhielt 1883 den Namen zu Ehren des in der Region verschollenen Segelschiffes Agnes. Wir folgten einem Wegweiser namens Seventeen Seventy (oder auch einfach als 1770 bezeichnet). Dieser Ort verdankt den Namen dem englischen Kapitän und Entdecker James Cook, welcher mit seinem Schiff der HM Bark Endeavour und seiner Mannschaft im Mai 1770 hier anlegte. Wir machten einen kleinen Abstecher zum Joseph Banks Regional Park und wanderten über die schön angelegten Wege zu den großartigen Ausblicken auf die Buchten der felsigen Halbinsel. Auf dem Rückweg sahen wir einen Campingplatz direkt am Meer gelegen, leider war dieser bereits ausgebucht uns so sahen wir uns für eine neue Übernachtungsmöglichkeit um.

 

 

 

 

Bundaberg (Moore Park Beach)

Wir fuhren weiter Richtung Süden und steuerten Bundaberg an, denn wir mussten nochmals ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Währenddessen nutzte Remo die Gelegenheit, um das kaputte Iphone reparieren zu lassen. In Bundaberg wollten wir eigentlich nicht bleiben und fuhren deshalb weiter ans Meer und fanden den sehr kleinen Ort Moore Park Beach.  Camping direkt am Meer, das haben wir gesucht. Wir schnappten unsere Campingstühle und marschierten zum Strand und schauten eine ganze Weile dem gleichmässigen Wellen des Meeres zu. Endlich fanden wir wiedermal etwas Zeit um abzuschalten.

 

 

 

Hervey Bay

Wir näherten uns bereits dem Ende unserer Reise mit dem Camper Van zu und fuhren deshalb nach nur einem Tag im verschlafenen Moore Park Beach weiter nach Hervey Bay. Hervey Bay ist der Ausgangsort für Touren zu der grössten Sandinsel der Welt, Fraser Island. Wir planten hier zwei Übernachtungen ein. Doch an diesem Tag sollte alles anders kommen als geplant. Ein E-Mail von der Kreditkartengesellschaft liess unsere Herzen in die Hosen sinken. Unsere Kreditkarten wurden gesperrt, da ein Verdacht auf Missbrauch vorliegt. Wir loggten uns gleich im Onlineportal der Kreditkartengesellschaft ein und fielen fast in Ohnmacht. Bei beiden Konten wurde die Kreditkarte geleert und knapp 1'500 Euro geklaut. Wir wurden gescamt! Das darf doch nicht wahr sein. Noch immer das Problem mit den Kratzmilben im Camper und jetzt wurden wir auch noch bestohlen, die Nerven lagen für einen kurzen Moment blank…! Dreimal tief durchgeatmet, hatten wir einen Entschluss gefasst. Wir beenden die Reise vorzeitig. Nein, natürlich nicht die Weltreise, aber zumindest die Reise mit dem Camper. Nach mehrmaligem Kontakt mit Apollo haben wir uns dazu geeinigt, bereits am nächsten Tag nach Brisbane zu fahren und den Camper abzugeben. Anschliessend riefen wir bei der Kreditkartengesellschaft an um uns über die aktuelle Sachlage zu informieren. Immerhin haben wir ein klein wenig Glück, denn das Geld ist versichert und wurde bereits auf eine neue Kreditkarte übertragen. Die alten Karten können aus Sicherheitsgründen jedoch nicht mehr verwendet werden und das heisst, wir müssen nun schauen, dass uns die neuen Kreditkarten irgendwo auf unserer Reise wieder erreichen.

 

Brisbane

Von Hervey Bay nach Brisbane waren es zum Glück nur etwa 3 Stunden Fahrzeit uns so fuhren wir auch gleich zeitig los. Kurz vor Brisbane tankten wir den Camper nochmals auf und spendierten ihm eine Autowäsche. Dann fuhren wir in den Hof von Apollo und gaben den Camper wieder zurück. An dieser Stelle möchten wir uns bei Apollo für Ihre freundliche und hilfsbereite Art bedanken. Apollo entschuldigte sich höflich für die Unannehmlichkeiten und entschädigte uns auch gleich für die Mehrausgaben für den Arzt sowie die Medikamente und der Ausgaben für die Reinigung der Kleider und dem Bettzeug. Zusätzlich erstattete uns Apollo komplett die Tage, an dem Sie von uns in Kenntnis über den Kratzmilbenbefall gesetzt wurden.

 

Für die letzten 3 Nächte haben wir uns ein Apartment im Herzen der Stadt Brisbane gemietet, wo wir die Gelegenheit hatten, uns zu erholen und uns wieder neu zu organisieren für die weitere Reise.

 

 

 

 

Australien - a little video story

 

 

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