Die Nordinsel Neuseelands

July 21, 2018

Nach einem Tag Verschnaufpause ging unser Roadtrip auf Neuseeland weiter. Damit wir auf die Nordinsel gelangten, mussten wir unser Auto in Picton mit der Fähre verschiffen. Es gibt genau zwei Anbieter: Bluebridge und Interislander. Preislich unterschieden sich die beiden kaum. Wir haben uns schlussendlich für die Interislander Fähre entschieden aufgrund der besseren Abfahrzeit in Picton. Wieder hatten wir unglaubliches Glück und das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite. Beste Voraussetzungen für die Überfahrt. Gleich zu Beginn durchquerten wir das Meer durch die sagenhaft schöne Fjordlandschaft. Es kam schon vor, dass hier Wale gesichtet wurden, also hielten wir gespannt unsere Augen offen. Unterdessen schlossen wir Bekanntschaft mit Ashley aus Kambodscha, welche in Wellington eine neue Arbeitsstelle antrat. Die Fähre näherte sich Wellington und gerade in dem Moment wo wir uns verabschieden wollten, sah Remo etwas aus den Augenwinkeln und traute seinen Augen nicht. War das etwa, ja klar, das war ein Wal, der gerade aus dem Wasser sprang. Alle drei schauten wir gespannt aus dem Fenster und tatsächlich, der Wal sprang wieder aus dem Wasser und klatschte rücklings zurück ins Meer. Es war ein Buckelwal. Er wiederholte dieses Schauspiel noch einmal, danach wedelte er mit der Flosse ein paar Mal in der Luft bis er schlussendlich verschwand. Nicht mal auf der Whale Watching Tour in Sri Lanka konnten wir einen Wal so nah und so gut beobachten.

 

 

 

Wellington

Wellington, auch bekannt unter dem Namen Windy Welly aufgrund seines oft stürmisch kalten Wetters, ist die Hauptstadt Neuseelands. Im Capital View Inn verbrachten wir zwei Nächte und die Aussicht auf die Stadt war in der Tat nicht schlecht. Unweit von unserer Unterkunft befindet sich eine der bekanntesten Strassen Wellingtons, die Cuba Street. Hier findet man viele hippe Bars und Restaurants und auf den Strassen versuchen angehende Musiker ihr Geld zu verdienen. Wir schlenderten noch eine Weile durch die Strassen und als wir an einem der zahlreichen Kinos vorbeiliefen, bekamen wir spontan wiedermal Lust auf Kino. Am nächsten Tag besuchten wir den Mount Victoria, von wo man einen grossartigen Rundumblick über die Stadt geniesst. Wir hatten uns zuerst noch gewundert über die vielen Autos und Leute, aber der Grund war schnell klar. Der Wal vom Vortag schwamm wieder vor der Küste und gefühlt die Hälfte der Einwohner Wellingtons kamen von überall her  und hofften den Wal zu sichten. Die Hauptstadt hat uns sehr gut gefallen, doch für uns war es Zeit weiterzuziehen.

 

 

 

 

Lake Taupo

Während der Fahrt zum Lake Taupo mussten wir feststellen, dass der Verkehr auf der Nordinsel im Gegensatz zur Südinsel doch sehr viel stärker ausgeprägt ist. Auch von dem spektakulären Landschaftsbild war nicht mehr so viel zu sehen, bis wir am Tongariro Nationalpark vorbeifuhren. Vom Highway aus sahen wir die verschneiten aktiven Feuerberge Ruapehu, Ngauruhoe und Tongariro. Welch ein schöner Anblick. Auf eine Winterwanderung mussten wir leider verzichten, da wir schlicht nicht ausgerüstet waren dafür. Taupo empfing uns mit wunderschönem Wetter, leider sollte sich das für die nächsten Tage ändern. Wir checkten für 4 Nächte in der Haka Lodge ein. Von da aus machten wir verschiedene Ausflüge. Gleich am nächsten Tag besuchten wir früh morgens die Huka Falls. Der Waikato ist Neuseelands längster Fluss und fließt normalerweise gemächlich und auf bis zu 100 Metern Breite vom Lake Taupo gen Norden. Kurz vor den Huka Falls muss das Wasser allerdings durch eine enge Schlucht aus hartem Vulkangestein. Das ansonsten ruhige Wasser donnert hier mit hoher Geschwindigkeit durch den schmalen Steinkanal und schießt dann über die 11 Meter hohen Huka Falls in das Fallbecken. Unglaubliche 220.000 Liter Wasser werden so pro Sekunde den Wasserfall hinabgespült. Auf beiden Seiten gibt es kurze Wanderwege zu guten Aussichtspunkten über die Huka Falls. Zum Glück waren wir morgens da, denn die Wetterverhältnisse verschlechterten sich tagsüber und starker Regen setze ein. Den Tag darauf machten wir uns wieder frühmorgens auf den Weg. Diesmal hiess unser Ziel Wai-O-Tapu, oder zu Deutsch «heiliges Wasser». Wai-O-Tapu Thermal Wonderland hat in seinem Park über 25 geothermale Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dazu zählt zum Beispiel der Lady Knox Geysir etwas ausserhalb des Parks. Jeden Tag um 10:15 wird er zum Ausbrechen gebracht. An guten Tagen speit der Geysir das Wasser über 25 Meter hoch in die Luft. Ebenfalls sehenswert ist der Mud Pool. Im Park selber sind diverse Vulkankrater zu sehen. Das Highlight bildet aber der Champagne Pool mit seinen vielen Farben und dem Dampf, der teilweise die Sicht auf dem Gehweg vernebelt. Ein weiteres Mal hatte es sich ausgezahlt, frühmorgens aufzustehen. Den gegen den Nachmittag setzten wieder Regenfälle ein. Den letzten Tag verbrachten wir am Lake Taupo mit einem Spaziergang am Ufer entlang. Wir genossen die Ruhe und

schauten lange den vielen Enten, schwarzen Schwäne und Möwen zu. Da es Samstag war, fand zudem ein kleiner Wochenmarkt in Taupo statt, dem wir noch einen kleinen Besuch abstatteten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hobbiton

Wir verliessen Taupo unter strömenden Regen Richtung Rotorua. Für diesen Tag haben wir Tickets für das berühmte Movie Set Hobbiton, bekannt aus den Trilogien «Der Herr der Ringe» und «Der Hobbit» besorgt. Die beste Zeit für eine Besichtigung ist bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Da alle Führungen am Morgen schon weit im Voraus ausgebucht waren (während der Hochsaison muss wohl mehrere Wochen im Voraus gebucht werden), ergatterten wir noch die letzten Tickets zum Sonnenuntergang und das Glück stand ein weiteres Mal auf unserer Seite. Gegen den Nachmittag hörte es auf zu Regnen und stellenweise kam die Sonne zum Vorschein. Wir waren richtig gespannt. Ein Bus brachte die grosse Gruppe zum Filmset und gleich zu Beginn der Führung kam uns das doch alles ziemlich bekannt vor als wären wir schon mal da gewesen. Das Filmset besteht zu 99% aus echten Pflanzen und Bäumen, selbst das Gemüse wird angepflanzt und anschliessend zur Dekoration verwendet. Zum Schluss der Führung gab es in der Kneipe «zum Grünen Drachen» ein echtes Hobbit Bier. Mehr Informationen zur Tour und zur Buchung gibt es unter diesem Link https://www.hobbitontours.com/en/.

 

 

 

Whangarei

Bevor wir die letzten Tage in Auckland verbringen werden, wollten wir noch das Nordland von Neuseeland erkunden, deshalb fuhren wir von Cambridge über Auckland nach Whangarei. Hier übernachteten wir für zwei Nächte in der Pembrooke Motor Lodge. Von hier aus unternahmen wir einen Ausflug zum Whangarei Wasserfall. Der Wasserfall ist äusserst einfach zugänglich, bietet aber sowohl von oben, als auch von unten einen schönen Anblick und war auf jeden Fall einen Besuch wert. Danach liefen wir hoch zum Mt Parihaka Lookout und genossen ein paar wundervolle ruhige Minuten mit einem grossartigen Ausblick auf Whangarei und die Umgebung.

 

 

 

 Cape Reinga

Das Cape Reinga, in der Sprache der Maori Te Rerenga Waiura genannt, liegt am nördlichsten Punkt von Neuseeland und hat in der Mythologie der Maori eine grosse Bedeutung. Hier trifft die Tasmansee auf den pazifischen Ozean und wir konnten sehr gut beobachten, wie die Wellen aufeinandertrafen. Für die Maori bedeutet das Aufeinandertreffen die Entstehung von Leben. Die Maori glauben aber auch, dass an diesem Punkt die Seelen der verstorbenen sich aufmachen auf ihren letzten Weg nach Hawaiki, dem Ort ihrer Ahnen. Vor dem Eingang zum Kap durschreitet man ein Tor, das zur Verdeutlichung der Bedeutung des Ortes für die Maori errichtet wurde. Auf dem dann folgenden Weg zum Cape Reinga Lighthouse erklären weitere Info-Tafeln etwas zur Mythologie des Ortes und zur umgebenen Natur. Wir sassen auf einem Hügel über dem Leuchtturm und schauten eine ganze Weile in das offene weite Meer hinaus und hörten dem lauten Tosen der brechenden Wellen an der Felsbrandung zu. Wir fanden diesen Ort unheimlich schön und wären noch gerne länger so dagesessen. Da uns noch eine lange Rückfahrt nach Paihia bevorstand, mussten wir uns wieder zeitig auf den Weg zurück machen. Am Eingang zum 90 Miles Beach machten wir nochmals einen Halt. Warum dieser Strand so heisst ist nicht bekannt, denn tatsächlich besitzt der Strand eine länge von 55 Meilen, was in etwa 88 Kilometer entspricht. Der Strand darf sogar offiziell als Alternativstrasse von PKWs benutzt werden, was allerdings nur mit Allradfahrzeugen zu empfehlen ist und von den meisten Autovermieter sogar ausdrücklich untersagt wird. Den vielen Fotos und Warnschildern zufolge kommt es wohl nicht selten vor, dass unvorsichtige (oder wohl eher leichtsinnige) Autofahrer im Sand stecken bleiben und das Auto schlussendlich Opfer der Flut wird.

 

 

 

 

 

 

Paihia

Der letzte Ort vor Auckland. Paihia ist ein schöner kleiner Ort im Gebiet der Bay of Islands, bestehend aus 144 Inseln. Der erste Europäer der die Bay of Islands besuchte, war der britische Entdecker und Seefahrer James Cook im Jahre 1769. Danach liessen sich hier Missionare und Walfänger nieder. Die Bay of Islands sind zudem auch die Ruhestätte des bekannten Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Während unsers Besuchs regnete es leider grösstenteils. Trotzdem fuhren wir mit der Fähre rüber nach Russell, der ersten Hauptstadt Neuseelands. Wir stiegen hoch zum Flagstaff Hill, auf dem Weg wollten wir unsere letzte Chance Kiwis in freier Wildbahn zu sichten nutzen, leider wieder erfolglos. Leider war auch die Aussicht über die Bay of Islands nicht sehr spektakulär, denn just in diesem Moment näherte sich ein starkes Gewitter und ergoss sich über uns. Da sich das Wetter nicht zu bessern schien, fuhren wir mit der Fähre wieder zurück und verbrachten den restlichen Tag im Motel Zimmer des Bounty Motel.

 

Auckland

Die Zeit auf Neuseeland neigte sich nun deutlich dem Ende zu und die letzten Tage verbrachten wir in Auckland, der grössten Stadt Neuseelands. Als wir unsere Unterkunft das Waldorf Stadium Apartements betraten waren wir aufgeregt. Denn wenn alles geklappt hat, dann sollten wir hier unsere neuen Kreditkarten entgegennehmen können und so war es auch. Ein grosses Dankeschön an unsere Unterstützer Roger und Marc. Jetzt können wir wieder entspannt an die Weiterreise denken.

 

 

Fazit

Auch wenn die Nordinsel in unseren Augen nicht ganz an die Schönheit der Südinsel anknüpfen konnte, so wurden unsere Erwartungen ein weiteres Mal übertroffen. Eine Rückkehr nach Neuseeland können wir wohl nicht ausschliessen!

 

 

 

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